M. F. Tucher 1696

M. F. Tucher 1696 Original
Fotos © Museum of Fine Arts, Boston
M. F. Tucher 1696 Original
M. F. Tucher 1696 Reproduktion
Fotos © Sabine Taterra-Gundacker
M. F. Tucher 1696 Reproduktion

 

Sie können es drehen wie Sie wollen, „MFT 1696“ ist ein phantastisches Stickmustertuch.

Das Wappen gehört der einflussreichen Nürnberger Patrizierfamilie Tucher. Erstmals wird der Name 1309 erwähnt.

Dem Stadtarchiv Nürnberg bin ich sehr dankbar, dass es herausfinden konnte, wer sich hinter den Initialen „MFT“ verbirgt. Maria Felicitas Tucher (1650 – 1731), die Tochter von Johann Georg Tucher (1613 – 1674) stickte im Alter von 46 Jahren – noch immer unverheiratet – dieses perfekt gestaltete Mustertuch. Barocke Blumenpracht rankt sich um das Familienwappen, die strahlenden Seidenfarben sind in den mehr als 300 Jahren nicht verblasst. Unbeschädigt gelangte es in den Besitz des Museum of Fine Arts in Boston, Massachusetts als Teil der Elisabeth Day McCormick Collection (Inventarnummer 43.962).

Wer waren diese Tucher?

- Zwischen 1340 und 1806 waren die Tucher im Inneren Rat der Reichsstadt Nürnberg als einflussreiche Patrizierfamilie vertreten.
- Im 14. Jahrhundert wuchs das Ansehen der Familie durch eheliche Verbindungen.
- Im 15. Jahrhundert knüpften sie Kontakte zu reichen Kaufmannsgeschlechtern und bauten sie die „Tuchersche Handelsgesellschaft“ auf.
- Zum Ende des Mittelalters und in der frühen Neuzeit unterhielten sie Handelsverbindungen in ganz Europa – u.a. im Safranhandel – und gehörten zu den reichsten Kaufmannsfamilien der Stadt.
- 1598 erwarben die Tucher das Rittergut SIMMELSDORF als Hauptsitz und nannten sich fortan Tucher von Simmelsdorf, wurden dadurch zu Rittern.
- Dieser Zusatz wurde 1697 von Kaiser Leopold als Adelstitel anerkannt. Der Erwerb von Besitztümern setzte sich fort.
- Die Familie stellte Bürgermeister, Diplomaten, Handelsherren in Antwerpen, Baumeister und einen Kirchenrechtsprofessor. Albrecht Dürer malte drei Familienmitglieder im Jahr 1499. Von 1961 bis 1989 zierte das Abbild einer Tucherin nach Dürer den 20-DM-Schein in der Bundesrepublik.
- 1855 erwarb Siegmund von Tucher das königliche Bräuhaus. Bis 1898 blieb sie eine Privatbrauerei.
- Das „Tucherschloss“ – die ehemalige Residenz der Familie – ist heute Museum für die Geschichte der Nürnberger Kaufmannsdynastien.

Preise:

Stickpackung: € 44,-
Stickanleitung: € 18,-

Kreuze: 166 x 214

Größe: 23,5 x 30,5 cm

Stiche:

Kreuzstich

Tucher-Bräu
Tucher-Logo
nach Sibmacher von 1605