Blumenalphabet

Original von Blumenalphabet ca. 1830
Meine Reproduktion von von Blumenalphabet ca. 1830

Nichts!
Wir erfahren nichts!

Es ist einfach nur schön, dieses Blumenalphabet! Die meisten Blumen meint man zu erkennen: Sind das Digitalis, Rosen, Narzissen, Tulpen, eine Iris, eine Glockenblume, eine Zeitlose? Blüten, Knospen, Blätter und Ranken bilden ein aufwendiges Alphabet – sehr fein mit Wolle auf Canvas in Petit Point gestickt. Dieses sog. „Buchstabensticktuch“ gehört zum großen textilen Bestand des Kunstgewerbemuseums Berlin (Inventarnummer 1883, 1622) und ist nur 26 cm hoch und 32 cm breit. Auf vier Einzelblättern veröffentlichte die Berliner Firma L. W. Wittich (1773 - 1832) dieses Blumenalphabet (Regionaal Archief Rivierenland).

Detail 1 aus dem Original
Detail 2 aus dem Original
Detail 3 aus dem Original

Sehr beliebt unter Stickerinnen der Biedermeierzeit (ca. 1815-1848) waren möglichst naturnahe – sehr romantische – Blumenmotive: in Blumenborten und –bordüren, Blumenarrangements und natürlich auch in Blumenalphabeten. Sie konnten damit ihre vielen, kleinen, liebenswerten Geschenke kunstvoll und aufwendig – auch  in der Farb- und Materialwahl (Perlen, Seide) – „persönlich“ gestalten: Tabakbeutel, Hosenträger, Taschen, Etuis, Bucheinbänd, Taufmützchen.

Wer war die Stickerin? Wann hat sie es gestickt? Wer war der Designer? All das bleibt offen.

Das Museum Europäischer Kulturen Berlin besitzt ein Mustertuch mit dem gleichen Alphabet: gestickt 1838 von Juliane Caroline Grohmann aus Leipzig (Inventarnummer 18b 3 N9).

Frau Ine Wenckebach von „Aller-Leih“ aus Berlin besitzt auch ein Stickmustertuch in Berlin Woolwork mit diesem Design - zusätzlich „aufgefüllt“ mit kleinen Buchstaben und der „Erinnerung an meine Jugend, 1852 von Silke Arp“.

Da früher die Buchstaben J und Y im lateinischen Alphabet noch nicht enthalten waren, fehlen sie wohl in dieser Stickvorlage und deshalb natürlich auch in den Mustertüchern.

In dem Magazin „Burda-Spezial: Kreuzstich-Alphabete“ von 1988 erschien eine moderne Version eines ähnlichen Mustertuches – unter Hinzufügung von J und Y.

Auch auf diesem Wege möchte ich mich bei den Mitarbeiterinnen des Kunstgewerbemuseums Berlin bedanken, die es 2006 möglich machten, das Mustertuch zu betrachten.

Blumenalphabet von Silke Arp
Fotos © Kunstgewerbemuseum Berlin, Sabine Taterra-Gundacker, Ine Wenckebach und Museum Europäischer Kulturen
Blumenalphabet von Juliane Caroline Grohmann

Preise:

Stickpackung: € 48,-
Stickanleitung: € 18,-

Kreuze: 316 x 223

Größe: 45 x 31,5 cm

Stiche:

Kreuzstich